Alle Einträge der Kategorie ‘Freie Arbeiten

Create your own universe ! Neujahrsglück 2017

Dieses Projekt entstand in Kooperation mit Lisa Vogel, die einen wunderschönen Blastelblog pflegt: http://www.dekotopia.net/ Lisa bastelte aus unterschiedlichen Materialien Planeten,  gemeinsam verteilten wir sie in meinem schwarzausgekleideten Studio und luden Linda und Leska in dieses neue Universum ein. Sarah Gehrmann von der Agentur Stammhaus in Stuttgart gestaltete die außerirdischen Frisuren und das planetarische MakeUp. Eva Gentner und Vivian Reuter hielten die Planeten an der Angel und unterstützen uns mit ihrem Universalkönnen.


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Do you believe in gravity? Levitation

Dr. Eugene Podkletnov gelang es 1992 unbeabsichtigt die Erdgravitation in einem Raum zu vermindern. Er untersuchte mehrere Jahre lang die Eigenschaften von Supraleitern. Dr. Podkletnov: “Es gab ein Schlüsselerlebnis. Wir arbeiteten noch spät in der Nacht und einer unserer Kollegen schaute bei uns herein. Ein netter Typ mit Bart. Er rauchte eine Pfeife. Er sagte: Hallo Leute und blies den Pfeifenrauch über unsere Geräte. Und dabei haben wir festgestellt: der Rauch kam zu unserem Gerät, traf auf eine ungewöhnliche unsichtbare Barriere und stieg dann sofort hoch.“ “Und zum Schluß, um ganz sicher zu sein, gingen wir ein Stockwerk herauf zu unseren Kollegen, die über uns arbeiteten. Wir kamen mit dem Barometer in ihr Labor und haben mitten im Raum angefangen und versucht eine Stelle mit geringerem Luftdruck zu finden. Wir waren überrascht, aber wir haben ganz leicht die Stelle finden können. Sie war 100% dort, wo sich im Stockwerk drunter unsere supraleitende Scheibe drehte. Das war ein sehr klarer Beweis, daß wir es hier tatsächlich mit einer Art von Abschirmung der Schwerkraft zu tun hatten.“ Dr. Ning Li: „Ich denke das Theoriemodell ist ausgereift. Ich werde es der ganzen wissenschaftlichen Welt sagen: Antischwerkraft ist nichts mehr zum Lachen….“

Levitation

Die schwebende Jungfrau

Levitation

Inszenierung im Studio

Inszenierung im Studio

 

monokulare Doppelbilder Portraits

Vor einigen Jahren stellte ich fest, daß ich mit jedem Auge Doppelbilder sehen konnte. Ein Bild legte sich leicht verschoben über das andere. Ich machte mich auf Ursachenforschung und lief von Hinz zu Kunz, d.h.: zum Optiker, Augenarzt und landete schließlich bei einem Spezialisten, der mir riesige Linsen vor die Augen installierte, die das Problem zwar nicht behoben, aber lustige Effekte erzielten. Die Prozedur löste in mir die vielfältigsten Gedanken aus. Unter anderem fragte ich mich, ob die monokularen Doppelbilder nicht Folge meiner beruflichen Konditionierung sein könnten. Mein Gehirn hatte womöglich im Laufe der Jahre gelernt, die beiden Bilder, die dort zu einem räumlichen zusammengesetzt werden, wieder zu trennen und zwei getrennte zweidimensionale erzeugt. Sind diese identisch?

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Genealogie Die Verwandten

Wie mein Name schon zu erkennen gibt, habe ich in eine adlige Familie geheiratet. Deren Habitus und Haltung war mir fremd. Ausgehend von meinem Sohn untersuchte ich in Einzelportraits Ähnlichkeiten in Haltung, Ausdruck, Kleidung und Physiognomie. Tatsächlich nahmen alle eine standesgemäße Position ein und waren auch in der von ihnen selbst gewählten Kleidung uniform. Die Frauen tragen Perlenketten, auch Perlohrringe, die Onkel wählten Jankerl mit Hirschhornknöpfen, manche tragen Siegelring. Aber am erstaunlichsten ist die eingenommene Haltung. Nach Sichtung des Materials ging ich zunächst davon aus sie sei das Ergebnis der langen Belichtungszeit:
„Die Synthese des Ausdrucks, die durch das lange Stillhalten des Models erzwungen wird, ist der Hauptgrund, weshalb diese Lichtbilder neben ihrer Schlichtheit gleich guten gezeichneten oder gemalten Bildnissen eine eindringlichere und länger andauernde Wirkung auf den Betrachter ausüben.“
E. Orlik
(Ich überprüfte diese Vermutung und portraitierte in gleicher Weise und ähnlichen Bedingungen meine bürgerliche Familie. Ich bat sie die selben Posen einzunehmen. Es gelang ihnen nicht diese Entrücktheit und Distinguiertheit auszudrücken. Im Gegenteil sie strahlten Präsenz aus.)

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The Teacher Selbstportrait

Von 2008 bis 2011 unterrichtete ich an der HTWG Konstanz im Fachbereich Kommunikationsdesign Fotografie. Gemeinsam mit den Studenten organisierten und produzierten wir die unterschiedlichsten Projekte: unter anderem eine Kampagne gegen Studiengebühren, einen Workshop  zum Thema „Intervention und Inszenierung“, ein Genderprojekt, Ausstellungen, Wettbewerbe und das Projekt: „Identität“, in dessen Rahmen, die hier gezeigte Selbstinszenierung als Lehrerin entstand. Hier nochmal ein Dankeschön an die gute und produktive Zeit, die ich in der Villa Prym direkt am See mit den hochkreativen Studenten hatte.

The teacher

Die Anfänge 1. Portfolio

1998 war meine finanzielle Not als freie Künstlerin so groß, daß Freunde auf mich einwirkten, die Fotografie, die ich auch in meiner künstlerischen Arbeit nutzte, zu kommerzialisieren. Ich begann einige freie Arbeiten zu produzieren, sogenannte Tests, die noch von einem ironischen Blick auf die Werbewelt geprägt waren. Ich hatte doppelt Glück. Die Zeitschrift Allegra fragte eine Reportage über mich als Künstlerin an. Titel war: „Ach Du machst Kunst und in welcher Kneipe arbeitest Du?“ Ich arbeitete nachts in Clubs, um mich und meinen Sohn durchzubringen. Ich zögerte einzuwilligen und stellte zur Bedingung mit meiner Fotomappe in die Redaktion kommen zu dürfen. Natürlich willigte die Redaktion ein. Ich wußte ja nicht, daß diese Besuche zum Alltag einer Fotoredakteurin gehören. Anneliese Nöbel mochte meine Arbeit und mich auf Anhieb sehr gerne. Ich bekam Aufträge und veröffentlichte meine ersten Geschichten in der Allegra.  Schnell wurde die Werbebranche aufmerksam. Das doppelte Glück war, daß mein ironischer Ansatz dem Zeitgeist entsprach. Ich konnte von einem Tag auf den anderen meine kleine Familie von meiner kreativen Arbeit ernähren. Das war ein großartiges Gefühl.

verwandlung

avocado

meinchefistdoof

wäscherei

bungalow

1973 – 76


Karlsruhe, den 1.10.91, Sehr geehrte Schwester Oberin,

es handelt sich um eine außergewöhnliche Bitte. Ich war (1973-76) eine Ihrer Internatsschülerinnen und bin heute freischaffende Künstlerin und Fotografin. Anläßlich des deutschen Katholikentages 1992 in Karlsruhe, organisieren wir, vier Künstler, eine Ausstellung zum Thema „Maria“. Ich selbst möchte eine Arbeit über meine Verbindung zur Kirche während meiner Kindheit erstellen. Nun bitte ich Sie um die Erlaubnis in den Räumen des Internats (z.B.: Studier- und Speisesaal, Kapelle etc.) fotografieren zu dürfen. Falls Sie nichts dagegen einzuwenden haben, könnten wir telefonisch einen Termin vereinbaren. Wobei ich annehme, daß es Ihnen recht wäre, wenn sich die Schülerinnen nicht im Hause aufhielten. Ich würde mich außerordentlich freuen, wenn Sie mir Ihre Erlaubnis erteilen wollten. Es wäre eine großzügige Unterstützung meiner Arbeit und interessant für mich das Internat wiederzusehen.  Mit freundlichen Grüßen Barbara Breyer

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 Die Kapelle war rund und bedeckt von einem hellblau grünlichen Hut. Warum der weiße Mann mit dem Winkel draußen stehen mußte, verstand sie nie so recht, aber sie akzeptierte ihn als Wächter.


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 Bevor sie in das Internat geschickt wurde, spielte sie jeden Tag mit ihren Freunden im Wald oder saß alleine bei der freundlichen Dame in der Kapelle.Dort war es immer hell und fröhlich.


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 Dann geschah etwas, was ihr wohl angekündigt war, sie aber nicht verstand. Weggebracht, wohingebracht. In die Stadt, die sie nur von vergnüglichen Einkaufsnachmittagen kannte.


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 Die Nonne zeigte ihr gleich, wie das Bett zu beziehen sei. Den Bezug hatte ihr die Mama mitgegeben, bäuerlich, mit kleinen roten Herzchen. Hilfloses Staunen.


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 Die Tapete war nicht schön. Nichts war schön. Sie wußte aber schon, daß so zu denken Sünde war.


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 Zu dritt benutzten die Mädchen ein Waschbecken, das bedeutete Schichtwaschen. Alles war durchorganisiert. Sie hatten fünf Minuten für den oberen Teil des Körpers.


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 Dann kam die Nonne: „Seid ihr oben rum alle fertig?“ Im Chor antworteten die Mädchen : „Jaaa!“ „Licht aus!“ die Nonne. Im Dunkeln wuschen sie sich ihr Kindergeschlecht.